Unser Hof

VON DER NATUR LERNEN

Schon mein Großvater August Gassner vom Meranhof in der Ragnitz hat die Samen voller Freude mit der Hand gesät und durfte staunend die Natur beobachten und von ihr lernen. Zu sehen wie Samen keimen, aufgehen und die Pflanzen wachsen und gedeihen, ist und bleibt ein Wunder. 

Wir lernen zu vertrauen, da es nicht in unserer Hand liegt. Sondern wir sind abhängig von der Natur und dem Wetter.

Von der Natur lerne ich, dass es unterschiedliche Zeiten gibt. Zeiten des Wachsens und Zeiten des Erntens. Zeiten des Reifens und Zeiten des Blühens, aber auch Zeiten des Wartens, der Hoffnung und der Ruhe. 

1966 kauften meine Eltern Anna und Karl Fuchs den Jaklhof als Grünlandwirtschaft. Mit viel Freude, Kraft und Mühe entwickelten sie den Hof vom Milchviehbetrieb zu einem Hof mit Milchkühen, Obst und Gemüse. Mutti fährt schon seit ihrem 6. Lebensjahr auf den Kaiser Josef Markt und so wurden die Lebensmittel vom Hof immer am Kaiser Josef Markt verkauft.

Im Jahr 1991 feierten meine Eltern ihre Silberhochzeit, im Jänner 1993 mussten wir uns aufgrund eines Krebsleiden von Vati verabschieden.

Lieber Vati, sehr oft denke ich an Dich und danke Dir für Deine Einfachheit, Ehrlichkeit, Bescheidenheit und Dein unermüdliches Schaffen und Deinen offenen Blick für die Natur.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen im Himmel!

Mit 5 Kindern und viel Arbeit ging es am Jaklhof schon immer rund. Von klein auf half ich auf unserer Landwirtschaft mit und erlernte den Umgang mit der Natur.

Meine Geschwister Karl, Leonhard, Christine und Veronika entwickelten sich zu sehr verschiedenen einzigartigen Persönlichkeiten.

Sehr besonders waren für uns immer die Ausflüge am Sonntag Nachmittag, die einzige freie Zeit, nach Fieberbründl und an den Stubenbergsee.

Besonders in Erinnerung sind mir das Zusammenhelfen aller beim Heurechen, wenn sich ein Gewitter ankündigte oder das gemeinsame Stapfen mit einfachen Schiern im Schnee um einen Slalomparcours oder eine Schischanze zu bauen.

Mein Bruder Karl Fuchs führte den Hof nach dem Tod meines Vaters gemeinsam mit meiner Mutter. Der Hof wurde 1993 auf biologische Wirtschaftsweise umgestellt. Sie wechselten vom Milchvieh auf Mutterkuhhaltung und sie bauten den Gemüse- und Obstbereich stark aus. Die biologische Wirtschaftsweise wurde auch im Hofnamen „Bio-Fuchs“ kundgetan.

1998 heiratete mein Bruder und bekam mit Ingrid zwei Kinder. Mitten in seiner intensivsten Aufbauarbeit verunglückte mein Bruder Ende Mai 2005 tödlich mit dem Motorrad am Heimweg von seinem Freund Michi, mit dem er über nächste wichtige Arbeiten am Hof gesprochen hat. 
Wir sind so dankbar für alle Tage Deines Lebens und sehr oft sage ich ihm Danke für Dinge, die er aufgebaut hat.

wir geben nicht auf

Die Freude, Ausdauer, Zähigkeit meiner Mutter, den Hof weiterleben zu lassen, gab mir, Anna Ambrosch, die Möglichkeit, den Hof 2014 zu übernehmen.
Mit der Unterstützung meiner Familie, meiner Mutter und Gottes Hilfe sind wir auf einen sehr guten Weg, genau diesen Hof in eine hoffnungsfrohe Zukunft zu führen.
Im April 2015 starteten wir mit der gemeinschaftsgetragenen Bio-Landwirtschaft. Dies ist ein großer Segen für alle Beteiligten. In den Mittelpunkt rückte auch wieder der Hof mit seinem Vulgonamen „Jaklhof“.
2019 gewinnt der Jaklhof den Bio-Award Steiermark, was für eine besondere Wertschätzung.
2020 versorgen wir 175 ErnteteilerInnen mit frischem, saisonalen Bio-Gemüse und Bio-Erdbeeren vom Jaklhof.
Vertrauen ist unsere Stärke und ein großes Geschenk – ich bin so dankbar, mit der Schöpfung leben, arbeiten und ringen zu dürfen.

auf jedem boden wächst gemüse

Unser Hof liegt auf einem Südhang, dadurch haben wir immer viel Sonne. Die Hanglage birgt aber auch Herausforderungen und fordert viel Handarbeit. 
Unser Boden ist sehr schwer, lehmig und hat viele Steine. All das spricht für einen schlechten Boden. Doch mit den richtigen Methoden und Humusaufbau gelingt uns das meiste Gemüse sehr gut. Durch geringe Bodenbearbeitung, ganz viel Gründüngung und dem Einsatz von ausschließlich natürlich biologischem Dünger, wie Kompost, Schafwolle oder Ackerbohnenschrot hegen wir einen sehr nachhaltigen Umgang mit unserem Boden.

Unser freund der Häufelpflug

Mit unserem Häufelpflug machen wir Dämme quer zum Hang, auf welchen wir unser Gemüse säen, pflanzen und pflegen. So bleibt uns der Humus auch bei Starkregen erhalten und durch die geringe Bodenbearbeitung gibt es stetigen Humusaufbau. 

mit jedem samen säen wir zukunft

Jedes Samenkorn wird bei uns mit der Hand gesät und alle Jungpflanzen selbst gezogen. Uns ist es wichtig, als kleiner Betrieb noch mehr in die Unabhängigkeit von großen Konzernen zu gehen und so unsere Umwelt zu schützen.